Ju Jutsu 2020

(von Tim Scholz und Christiane Beelmann)
Das Jahr enthielt für uns JuJutsukas viele Aufs und Abs. Nachdem im März der erste Lockdown den Trainingsbetrieb komplett stoppte, konnten wir ab Mai wieder trainieren. Draußen und mit Abstand. So wurden wir zu absoluten Stockprofis. Auch das Training mit dem Stock gehört zum Ju Jutsu, um sich zum Beispiel mit einem Regenschirm oder anderen stockähnlichen Gegenständen zu verteidigen oder einen Angriff mit eben diesen Gegenständen mit bloßen Händen abzuwehren und den Angreifer zu entwaffnen.

Nach den Sommerferien durften wir wieder richtig trainieren. Mit festen Partnern und unter Einhaltung der Hygieneregeln.

Seit Anfang September haben wir mit Tim einen neuen Trainer, der uns in der Kunst des Yamabushi Ninpo unterrichtet. Das ist ein Ninjutsu-Stil, der eng verwandt mit dem Ju-Jutsu ist, und sich somit hervorragend in unser Training einbauen lässt. Die Bewegungslehre und so manche Technikausführungen weisen zwar Unterschiede zu unserem bisherigen Training auf, aber es macht uns allen viel Spaß. Sich nach dem Training wie ein mystischer schwarzer Ninja-Krieger zu fühlen, ist eine super Ergänzung. Donnerstags stand weiterhin Ju-Jutsu für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Vordergrund. Hier galt es für die Trainerin Christiane, erst einmal die Fitness und Beweglichkeit wieder aufzubauen.

Anfang November bedeuteten ein erneuter Trainingsstopp und die Schließung der Sportstätten eine erneute Zwangspause . Mit freundlicher Genehmigung des Koga-ryu Rengokai Deutschland bekommen wir seitdem von Tim Trainingsvideos mit entsprechenden Übungen, die wir zuhause ausführen können.

Für die Ju-Jutsu-Kids war das letzte Jahr besonders hart. Der Spielspaß am Anfang des Trainings war nach dem ersten Lockdown erst einmal nicht möglich. Dafür waren andere Übungen zu meistern. Leider war nach den Herbstferien bald wieder Schluss mit dem Training. Zuhause können sich die Kinder jedoch mit Trainingsvideos des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV) weiter trainieren und mit Ju-Ju Bewegungsformen und Techniken üben.

Bedauerlicherweise mussten wir im letzten Jahr zwei Trainern verabschieden. Naim verließ uns aus privaten Gründen und Christoph ging zum Studium nach Köln. Wir sagen beiden an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich Danke und wünschen ihnen alles Gute. Natürlich hoffen wir, sie das ein oder andere Mal auch beim Training begrüßen zu können.

Neuer Übungsleiter für Jujutsu

Ab 1. September haben wir mit Tim Scholz einen neuen Übungsleiter für die Jujutsu Erwachsenengruppe.

Folgende Ausbildungen hat er erfolgreich absolviert. Budo/Bugutsu /Ninjutsu) Lehrer Diplom (Zertifikat/Lizenz – internationale Instructor-Lizenz für das Yambushi Ninpo (Ninjutsu)- Sensei-Rolle (Densho) zur Berechtigung, das Nambushi  Ninpo zu lehren. Ausgestellt von Shiina Soke im Honbu Dojo in Ibaraki, Japan.

Yamabushi Ninpo beim TuS Holle-Grasdorf

Ju-Jutsu ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem, doch am 16.06.2020
wehte im Dojo des TuS Holle-Grasdorf ein anderer Wind. Die Ju-Jutsu Abteilung des TuS hatte zu einem Ninjutsu-Seminar mit Tim Scholz als Referenten geladen.

Scholz begann seine Kampfkunst-Karriere 1993 ebenfalls mit Ju-Jutsu (DJJV) und „rutschte über „Bekannte“ vor 13 Jahren in die Kunst der schwarzen Krieger.
„Wobei es DAS Ninjutsu oder DIE Ninja so ja gar nicht gab“, wie er weiter ausführt. So räumte Scholz mit dem ein oder anderen Mythos über die Ninja und ihre Kampfkunst auf und erklärte den Teilnehmern, dass z.B das Ninjato-Ninjaschwert eine Erfindung für einen japanischen Bildband aus dem Jahre 1956 ist, es viele verschiedene Gruppierung gab, die unter dem Terminus Shinobi heute zusammengefasst werden und das es ebenso viele Schwertschulen mit nahkampfbasierende Curriculae gab.

Nach diesem kurzen Einblick in die Geschichte der Krieger des frühfeudalen Japan, übten die Holler Ju-Jutsuka das Ziehen des Schwertes, verschiedene Blocktechniken und das Ableiten eben jener Waffe. Da im Ju-Jutsu weniger mit Blankwaffen trainiert wird als in anderen Systemen, wählte Scholz den kurzen Stock (60-80cm): „im 7. Jahrhundert waren die Chokuto-Schwerter der Japaner ebenfalls gerade und knapp genau so lang“.

Auf Ju-Jutsu-freundliche Weise verband Scholz so Auszüge mittelalterlicher Schwerttechniken mit den Bewegungslehren des modernen Ju-Jutsu und auch wenn zum Leid der jungen Teilnehmer, nicht mit Blasrohren und Wurfsternen trainiert wurde, so hatten doch an diesem Trainingsabend alle Anwesenden viel Spaß und Redestoff – welcher bei zwei großen Familienpizzen nach dem Training – erörtert wurde.

Kontaktdaten zum Referenten:
Yamabushi Ninpo
Sandan Sensei
Tim Scholz
Barienroder Str. 13
31139 Hildesheim
Germany