Shihan dai Auszeichnung für Tim Scholz

Der japanische Dachverband IMAF-Kokusai Budoin (mit dem europäischen Ableger Koga-ryu Rengokai 甲) hat unseren Übungsleiter für Ju-Jutsu und Ninjutsu mit der Ehrenbezeichnung Shihan dai ausgezeichnet.

Gemäß dieser Ehre, erhielt Scholz eine handgemalte Auszeichnung von den Großmeistern Shiina Soke und Kohno Akikazu aus Ibaraki in Japan.

Der Shihan ist – nicht nur in den japanischen Kampfkünsten (Budo) – ein Lehrer von Lehrern, wird aber häufig auch einfach als „Meister“ übersetzt. Es ist eine Ehren-Bezeichnung für einen Würdenträger, höheren Lehrer und Unterweiser.

Im Yamabushi Ninpo wird der Ehrentitel Shihan dai einem Sensei (Lehrer) zugesprochen, der sich innerhalb seiner Kunst „besonders“ verdient gemacht hat, beispielsweise durch die tiefere Erforschung der jeweiligen Kampfkunst, das Verbreiten der Lehre an sich oder durch Ehrenarbeit. Der Titel Shihan wird verliehen und kann nicht durch Graduierungen erreicht werden. Ehrentitel wie Shihan oder Shidoin stehen auch für die Ritterlichkeit, der Ehrenkodex der Samurai und anderer Bushi (Krieger).

Neue Trainingsschwerter für Holler Kampfkünstler

Da die pandemiebedingten Kontakteinschränkungen auch in der kommenden Zeit das Ju-Jutsu-Training beeinflussen werden, hat der Verein in Trainingsschwerte für die Abteilung investiert.

Dank dieser Anschaffung, durften die Holler Ju-Jutsuka und Ninjutsuka, an einer Zeremonie teilnehmen, die als Gaidoburē-do (jap. Dialekt aus Ibaraki>>“Geburt“/“Wartezeit“) bekannt ist. Bei dieser Schwertübergabe durch den Sensei/Lehrer werden den Schülern ihre ersten Schwerter übergeben. Traditionell sind diese aus schwerem Holz und dienen dem Training auf Distanz.

Als Wakizashi oder auch Shoto („kleines Schwert“) bezeichnet man ein kurzes Schwert der Samurai. Beim Wakizashi handelt es sich um eine einhändig geführte Sekundärwaffe, die zusammen mit dem sogenannten Kodachi („kleines,dickes Schwert“) die Vorlage für das fiktive Ninjato-Schwert der Ninja bildete.

Das Wakizashi war im japanischen Feudalsystem eine standesbezogene Waffe. Feudale Ehrenleute, Samurai, gesellschaftlich angesehene Fischer, Bauern und Händler durften es führen. Die Samurai, die Ritter des feudalen Japan, trugen das Langschwert Katana (als zivile Waffe) oder das längere Tachi (auf dem Schlachtfeld). Außerhalb des Hauses wurden beide Schwerter zusammen getragen. Dieses Schwertpaar wird als Daishō („groß und klein“) bezeichnet. Zur Selbstverteidigung, beim Kampf auf engem Raum, beispielsweise in kleineren Zimmern oder engen Fluren, war das Wakizashi die Waffe der Wahl, da das Langschwert zu viel Freiraum benötigt.

So lange das Dojo und Vereinsgelände noch nicht wieder genutzt werden darf, werden durch den Trainer Tim Scholz Lehrvideos via YouTube und WhatsApp veröffentlicht, mit dem Ziel, dass die Holler Kampfkünstler bald das große Ziel „Saya no uchi no kachi saya“ erlangen,Siegen, ohne das Schwert zu ziehen“.

Holler Kampfkünstler erforschen den Inneren Weg

Die trainingsfreie Zeit haben die Holler Ju-Jutsuka und Ninjutsuka nicht nur dazu genutzt, sich mit waffenbasierenden und waffenlosen Trainingsvideos fit zu halten, sondern auch den sogenannten „Inneren Weg“ zu erforschen.

Im Daoismus gibt es das “Wu wei”. Es beschreibt einen „Inneren Weg“, eine innere Haltung, die eigentlich alle Kampfkünste haben und in der man durch Nichthandeln handelt. Es bedeutet eine Hingabe in den Moment. Aus dieser Hingabe kann sich ein Handeln entwickeln, das der tatsächlichen gegenwärtigen Situation angemessen ist. Ein Vorgang, der für die Selbstverteidigungsaspekte im Ju-Jutsu und Ninjutsu essenziell ist. Jemand will uns verletzen, wir wehren uns und wollen das beenden.

Die Kampfkünste, Selbstverteidigungs- und Kampfsysteme interessieren, faszinieren und es wird Ihnen nachgeeifert, doch leider behandeln nur noch wenige das Prinzip des „Wu Wei“. Dabei geht es in den Kampfkünsten und auch in den Selbstverteidigungssystemen primär gar nicht nur darum, den Körper für das  Kriegshandwerk oder für einen Zweikampf „zu stählen“ – vielmehr sollen auch die geistig-mentalen Fähigkeiten trainiert werden. Kampfkunst betreiben bedeutet, einen inneren Weg zu gehen. Neben dieser daoistischen Philosophie erhielten die Holler Kampfkünstler aber auch einen Einblick in die Ansicht des Buddhismus.

Dort spricht man von Hinayana und Mahayana. Die Wörter bedeuten etwa der kleine Wagen und der große Wagen. Hinayana ist die alleinige Suche („einsam in einem kleinen Wagen“) nach sich selbst und seinem Ziel. Man wandelt also allein auf diesem inneren Weg!
Das war das Gewöhnlichste im asiatischen Altertum. Wenn beispielsweise Männer in Indien damals das mittlere Alter erreicht hatten, verließen sie Haus und Heim, ihre Frau und die großgewordenen Kinder, um den Weg zu einer größeren Wahrheit, zum Sinn des Lebens zu finden – bevor es an der Zeit war, dass das Leben sie verließ.

Mahayana war stattdessen wie eine „Gruppenarbeit“. Mehrere Menschen, die alle den Sinn von „all dem hier“ finden wollten, wurden in einem Wagen gesammelt und begaben sich auf eine gemeinsame Fahrt. Sie konnten einander dabei Unterstützung, Rat und Hilfe auf dem Weg geben. Dahinter steckt das Prinzip, dass das Ziel am Ende des inneren Weges (die Große Wahrheit) nur durch die gemeinsame Anstrengung mehrerer Menschen erreicht werden konnte. Dieses Prinzip finden wir auch im Ninjutsu,  im Ju-Jutsu und allgemein in unserem Training. Wir helfen einander, lernen voneinander und jeder inspiriert den anderen. Letztendlich ist genau diese Erforschung des Geistes das, was die Kampfkünste, die Kampfsportarten, all die hybriden Systeme und letztendlich auch die Welt der Selbstverteidigung ausmacht: Allein den Körper gegen Angriffe zu wappnen, lässt den Menschen unvollständig. Man muss auch den inneren Weg gehen, sprich Körper und Geist müssen im Einklang sein!

Ju Jutsu 2020

(von Tim Scholz und Christiane Beelmann)
Das Jahr enthielt für uns JuJutsukas viele Aufs und Abs. Nachdem im März der erste Lockdown den Trainingsbetrieb komplett stoppte, konnten wir ab Mai wieder trainieren. Draußen und mit Abstand. So wurden wir zu absoluten Stockprofis. Auch das Training mit dem Stock gehört zum Ju Jutsu, um sich zum Beispiel mit einem Regenschirm oder anderen stockähnlichen Gegenständen zu verteidigen oder einen Angriff mit eben diesen Gegenständen mit bloßen Händen abzuwehren und den Angreifer zu entwaffnen.

Nach den Sommerferien durften wir wieder richtig trainieren. Mit festen Partnern und unter Einhaltung der Hygieneregeln.

Seit Anfang September haben wir mit Tim einen neuen Trainer, der uns in der Kunst des Yamabushi Ninpo unterrichtet. Das ist ein Ninjutsu-Stil, der eng verwandt mit dem Ju-Jutsu ist, und sich somit hervorragend in unser Training einbauen lässt. Die Bewegungslehre und so manche Technikausführungen weisen zwar Unterschiede zu unserem bisherigen Training auf, aber es macht uns allen viel Spaß. Sich nach dem Training wie ein mystischer schwarzer Ninja-Krieger zu fühlen, ist eine super Ergänzung. Donnerstags stand weiterhin Ju-Jutsu für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Vordergrund. Hier galt es für die Trainerin Christiane, erst einmal die Fitness und Beweglichkeit wieder aufzubauen.

Anfang November bedeuteten ein erneuter Trainingsstopp und die Schließung der Sportstätten eine erneute Zwangspause . Mit freundlicher Genehmigung des Koga-ryu Rengokai Deutschland bekommen wir seitdem von Tim Trainingsvideos mit entsprechenden Übungen, die wir zuhause ausführen können.

Für die Ju-Jutsu-Kids war das letzte Jahr besonders hart. Der Spielspaß am Anfang des Trainings war nach dem ersten Lockdown erst einmal nicht möglich. Dafür waren andere Übungen zu meistern. Leider war nach den Herbstferien bald wieder Schluss mit dem Training. Zuhause können sich die Kinder jedoch mit Trainingsvideos des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV) weiter trainieren und mit Ju-Ju Bewegungsformen und Techniken üben.

Bedauerlicherweise mussten wir im letzten Jahr zwei Trainern verabschieden. Naim verließ uns aus privaten Gründen und Christoph ging zum Studium nach Köln. Wir sagen beiden an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich Danke und wünschen ihnen alles Gute. Natürlich hoffen wir, sie das ein oder andere Mal auch beim Training begrüßen zu können.

Neuer Übungsleiter für Jujutsu

Ab 1. September haben wir mit Tim Scholz einen neuen Übungsleiter für die Jujutsu Erwachsenengruppe.

Folgende Ausbildungen hat er erfolgreich absolviert. Budo/Bugutsu /Ninjutsu) Lehrer Diplom (Zertifikat/Lizenz – internationale Instructor-Lizenz für das Yambushi Ninpo (Ninjutsu)- Sensei-Rolle (Densho) zur Berechtigung, das Nambushi  Ninpo zu lehren. Ausgestellt von Shiina Soke im Honbu Dojo in Ibaraki, Japan.

Yamabushi Ninpo beim TuS Holle-Grasdorf

Ju-Jutsu ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem, doch am 16.06.2020
wehte im Dojo des TuS Holle-Grasdorf ein anderer Wind. Die Ju-Jutsu Abteilung des TuS hatte zu einem Ninjutsu-Seminar mit Tim Scholz als Referenten geladen.

Scholz begann seine Kampfkunst-Karriere 1993 ebenfalls mit Ju-Jutsu (DJJV) und „rutschte über „Bekannte“ vor 13 Jahren in die Kunst der schwarzen Krieger.
„Wobei es DAS Ninjutsu oder DIE Ninja so ja gar nicht gab“, wie er weiter ausführt. So räumte Scholz mit dem ein oder anderen Mythos über die Ninja und ihre Kampfkunst auf und erklärte den Teilnehmern, dass z.B das Ninjato-Ninjaschwert eine Erfindung für einen japanischen Bildband aus dem Jahre 1956 ist, es viele verschiedene Gruppierung gab, die unter dem Terminus Shinobi heute zusammengefasst werden und das es ebenso viele Schwertschulen mit nahkampfbasierende Curriculae gab.

Nach diesem kurzen Einblick in die Geschichte der Krieger des frühfeudalen Japan, übten die Holler Ju-Jutsuka das Ziehen des Schwertes, verschiedene Blocktechniken und das Ableiten eben jener Waffe. Da im Ju-Jutsu weniger mit Blankwaffen trainiert wird als in anderen Systemen, wählte Scholz den kurzen Stock (60-80cm): „im 7. Jahrhundert waren die Chokuto-Schwerter der Japaner ebenfalls gerade und knapp genau so lang“.

Auf Ju-Jutsu-freundliche Weise verband Scholz so Auszüge mittelalterlicher Schwerttechniken mit den Bewegungslehren des modernen Ju-Jutsu und auch wenn zum Leid der jungen Teilnehmer, nicht mit Blasrohren und Wurfsternen trainiert wurde, so hatten doch an diesem Trainingsabend alle Anwesenden viel Spaß und Redestoff – welcher bei zwei großen Familienpizzen nach dem Training – erörtert wurde.

Kontaktdaten zum Referenten:
Yamabushi Ninpo
Sandan Sensei
Tim Scholz
Barienroder Str. 13
31139 Hildesheim
Germany